GIS-integrierte Netzberechnung

Das Werkzeug ITS Direct Power Analysis ermöglicht die GIS-integrierte Stromnetzberechnung und unterstützt die Berechnungsarten Kurzschlussberechnung, Netzrückwirkungsbeurteilung (Motorstart-Analyse) und Lastflussberechnung. Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass keine Abschätzung vorgenommen wird, sondern eine echte mathematische Berechnung direkt im GIS erfolgt, ohne dass ein externes Netzberechnungsprogramm genutzt wird.

  • Standard-Fachschale Strom-Mehrstrich ohne Datenmodellerweiterung
  • Einfache und intuitive Bedienbarkeit
  • Last- und Kurzschlussberechnung
  • Netzrückwirkungsbeurteilung
  • Nutzung vorhandener Datenquellen

Produktbeschreibung

Beurteilung der Spannungsqualität

Der Formalismus zur Berechnung der minimalen, maximalen und charakteristischen Kurzschlussleistung im GIS folgt der Norm IEC 60909 / 2001. Der Lösungsweg stellt dabei die allgemeingültige Form der Netzberechnung dar, bei der anstelle von Absolutwerten mit relativen Werten (per unit, p.u.) gerechnet wird. Als Ergebnis liefert die Kurzschlussberechnung, Kurzschlussleistung, Kurzschlussstrom und Netzwinkel für die jeweiligen Knotenobjekte (Sammelschienen, Muffen, Hausanschlüsse…) im GIS. Die Ergebnisse werden sowohl im Ergebnis-Viewer als auch in der Grafik unterschiedlich eingefärbt, so dass anhand der Farbgebung direkt kritische Netzbereiche erkennbar sind.

Netzrückwirkungsbeurteilung

Um beurteilen zu können, wie sich die durch Laständerungen (z.B. durch das Einschalten von Motoren) hervorgerufenen Spannungseinbrüche auswirken, ist in ITS Direct Power Analysis eine Netzrückwirkungsbeurteilung integriert. Grundlage dafür ist die Kurzschlussleistung und der Netzwinkel am Verknüpfungspunkt, also das Ergebnis einer zuvor durchgeführten Kurzschlussberechnung. Beurteilt werden u.a. Asynchronmotoren, Ohmsche Betriebsmittel, Schweißmaschinen und Durchlauferhitzer. Berücksichtigt wird dabei die sogenannte Flicker Kurve, anhand derer definiert ist, in welcher Höhe, Dauer und Anzahl die Spannungsschwankungen bei Verbrauchern tolerabel sind.

Lastflussberechnung

Zur Anschlussbeurteilung bietet das Produkt neben der klassischen, symmetrischen Lastflussberechnung auch eine spezielle Variante zur Bearbeitung von Einspeiseranfragen. Unter Berücksichtigung im GIS vorhandener Verbrauchsinformationen oder Leistungen werden dabei die resultierenden Knotenspannungen iterativ ermittelt. Gleichzeitig wird für die Leitungen die Auslastung errechnet, und die Lastflussrichtung kann in der Grafik an den Leitungsobjekten angezeigt werden. Als etablierte Lösung zur Leistungsermittlung im GIS sei in diesem Zusammenhang das GIS-IS-U-Datenmodell der ITS erwähnt, mit dem sich die Leistungen anhand von Verbrauchsinformationen (z.B. Verbrauchsfaktor, Nutzungsstunden je Branche) errechnen lassen.

Netzplanung und -optimierung

Mit dem DPA-Planungsassistenten steht Ihnen ergänzend ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem Sie nicht nur auf dem Bestandsnetz rechnen können, sondern auch Netzplanungen und optimierungen simulieren können. Das Tool basiert auf einem eigenständigen Planungsdatenmodell, so dass für Planungen keine Anpassungen der Fachschalen-Objekte erforderlich sind. Durch die jeweiligen Assistenten lassen sich diverse Planungsfälle wie-

  • Kabelquerschnittsänderung
  • Parallelkabel
  • Netzerweiterungen
  • Direktkabel
  • Einschleifungen
  • Umschaltungen

    komfortabel abbilden.

Fazit

Aufgrund der einfachen und intuitiven Bedienbarkeit stellt ITS Direct Power Analysis ein unverzichtbares Werkzeug für die operative und strategische Netzberechnung dar. Betriebsführer werden durch die Software beispielsweise mittels der Netzrückwirkungsbeurteilung beim Anschluss neuer Anlagen unterstützt. Auch bei der Planung von Netzerweiterungen, größeren Kundenanlagen und Netzoptimierungen ist die Software einsetzbar. Da dieses Werkzeug auch im Batchbetrieb einsetzbar ist, eignet er sich zudem zur Gesamtbeurteilung des Netzes hinsichtlich Netz- bzw. Spannungsqualität und stellt damit eine wesentliche Unterstützung des Netzmanagements im Hinblick auf die Abschätzung des Investitionsbedarfs dar.