Integration von ERP und Smallworld

Mit dem Smallworld Business Integrator (SBI) bietet GE Energy, der Hersteller des Smallworld GIS, eine auf Standards aufsetzende Technologie für die Integration von ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning) und dem Smallworld GIS an. Das Aufsatzprodukt ITS SBI Monitor sorgt dabei für eine schnelle und transparente Implementierung dieser Technologie.

  • Zertifiziert für SAP NetWeaver Technologie
  • Unterstützt direkte bidirektionale Kopplung
  • Unterstützt Service-orientierte Architekturen (SOA)
  • Stufenweises Einführungskonzept
  • Weltweit eingeführtes Standardprodukt

Produktbeschreibung

Einleitung

Durch den in den letzten Jahren kontinuierlich wachsenden Wettbewerb im Energiesektor sind Ver- und Entsorgungsunternehmen gezwungen, ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und Kosten zu reduzieren. Die richtige Strategie beim Asset-Management sowie deren konsequente operationelle Umsetzung sind ein Schlüsselfaktor, um sich im Wettbewerb behaupten zu können. Um hier erfolgreich zu sein, muss die unternehmensweite Datenbasis ganzheitlich genutzt werden können. Der Integration der Systeme kommt somit eine hohe Bedeutung zu. Bei den meisten Energieversorgern spielen dabei das ERP-System (z.B. SAP) und das GIS (z.B. Smallworld) eine wesentliche Rolle. Aufgrund des hohen Verbreitungsgrads von SAP wird die Umsetzung der SBI-Technologie im Folgenden am Beispiel dieses ERP-Systems dargestellt.

Flexible Integrationsplattform

Der Smallworld Business Integrator (SBI) eröffnet in Verbindung mit dem ITS SBI Monitor die Möglichkeit, das Smallworld GIS in einer auf Standards basierenden Kommunikation mit der restlichen IT-Infrastruktur des Unternehmens zu koppeln. Dabei werden sowohl direkte Kopplungen, z.B. SAP R/3 über den Java Connector (JCo), als auch indirekte Kopplungen über Middleware Plattformen wie SAP NetWeaver oder IBM WebSphere unterstützt.

Komponenten des SBI

Der Smallworld Business Integrator (SBI) beinhaltet die Module Business Objects, Mapping Engine, Synchronisation Engine und Consistency Checker. Die Integration kann durch eine direkte Kommunikation mit einem ERP-System, z.B. über den SAP Java Connector (JCO), oder über einen Middelware-Ansatz wie SAP NetWeaver erfolgen.

Business Objects

Business-Objekte dienen dem Ausgleich zwischen verschiedenen Datenmodellen. Sie bilden dazu eine (Abstraktions-)Schicht zwischen den eigentlichen Objekten und der Schnittstelle. So kann für unterschiedlich abgebildete Objektstrukturen eine einfach zu pflegende 1:1-Zuordnung aufgebaut werden. Beispielsweise kann ein SAP-Hausanschluss, dem auf GIS-Seite mehrere technische Objekte gegenüberstehen (z.B. Anschlussobjekt, HA-Leitungsabschnitt und Absperreinrichtung), auf eine Aggregation dieser Objekte abgebildet werden. So wird die für die Kopplung irrelevante Aufteilung des Hausanschlusses verborgen und eine 1:1-Zuordnung zwischen SAP und GIS ermöglicht. Abfragen nach einzelnen Attributen des GIS-Hausanschlusses werden von diesem transparent auf die untergeordneten realen GIS-Objekte verteilt. Dies kann zum Beispiel bei von SAP aus gestarteten Auswertungen verwendet werden. Ein aggregiertes Business Objekt besitzt i.a. ein Hauptobjekt aus der zugrundeliegenden Datenbank, womit Eindeutigkeit und einfache Rekonstruierbarkeit aus der Datenbank gegeben sind.

Mapping Engine

Über die Mapping Engine lässt sich die Abbildung der Business-Objekte für zwei gekoppelte Systeme definieren. Konfigurierbar sind neben der grundlegenden Zuordnung der Klassen auch die verwendeten Schlüssel und die Feldzuordnungen. Die Feldnamen können dabei unterschiedlich sein, und es kann u.a. eine Abbildung von Wertekatalogen vorgenommen werden.

Synchronisation Engine

Die Synchronisation Engine dient der automatischen Übertragung von Änderungen an Objekten aus einem System in das andere, soweit es sich um redundant in beiden Systemen gehaltene Objekte handelt. Die Synchronisation nutzt die Mapping Engine, um zum einen für ein geändertes Quellobjekt das passende Zielobjekt zu finden und zum anderen die Feldänderungen im Quellsystem in entsprechende Feldänderungen im Zielsystem zu übersetzen. Es wird natürlich auch das Einfügen und Löschen von Objekten berücksichtigt. Dabei kann es z.B. sinnvoll sein, Löschungen im Quellsystem im Zielsystem zu ignorieren und lediglich die Verknüpfung zum Zielobjekt aufzuheben oder eine Löschung im Quellsystem in die Änderung eines Statusfeldes im Zielobjekte (z.B. Status „stillgelegt“) zu übersetzen.

Consistency Checker

Der Consistency Checker des Smallworld Business Integrators (SBI) ermöglicht es, die gekoppelten Business-Objekte und Attribute jederzeit auf Konsistenz zu prüfen oder diese, falls notwendig, wiederherzustellen.

Der ITS SBI Monitor

Der ITS SBI Monitor ist ein Produkt der ITS Informationstechnik Service GmbH, mit dem eine Integration zwischen dem Smallworld GIS und SAP erfolgen kann. Der ITS SBI Monitor setzt dabei auf das Standardprodukt Smallworld Business Integrator von GE Energy auf und erweitert diesen zu einem transparenten und einfach zu handhabenden Werkzeug. Bei der Entwicklung des ITS SBI Monitors ging es dabei vor allem darum, die Projekterfahrung der ITS in eine schnell einführbare Lösung einfließen zu lassen.

Funktionsübersicht

Der ITS SBI Monitor ermöglicht eine einfach zu handhabende und menügeführte Konfiguration der Kopplung zwischen Smallworld und SAP auf Basis des SBI. Die folgenden Funktionalitäten sind dabei Bestandteil des Produktes:

  • Menügeführtes Mapping der Business-Objekte und Attributfelder
  • Steuerung der initialen Kopplung der Systeme
  • Transparentes Monitoring der Inkonsistenzen und Fehler
  • Prozess- und statusgesteuerter Work-flow zur Behebung von Inkonsistenzen und Fehlern
  • Synchroner und asynchroner Abgleich der Systeme, einschließlich zeitlicher Steuerung der Konsistenzprüfung
  • Frontend-Kopplung zwischen SAP und dem Smallworld GIS
  • Frontend-Kopplung zwischen SAP und dem Lovion BIS

Definition der Business-Objekte

Basis einer Kopplung zwischen SAP und GIS ist die Vereinbarung einer “gemeinsamen” Sicht auf die Objekte in beiden Systemen. Zu diesem Zweck werden in beiden Systemen Business-Objekte definiert, zwischen denen dann ein Mapping definiert werden kann. Der ITS SBI Monitor bietet eine übersichtliche Möglichkeit zur Konfiguration dieses Mappings. Die zeitaufwändige Interpretation von Konfigurationsfiles entfällt, die aktuellen Einstellungen lassen sich schnell und einfach per Mausklick über eine übersichtliche Oberfläche im ITS SBI Monitor darstellen und verändern.

Mapping der Attributfelder

In einem weiteren Schritt bietet der ITS SBI Monitor die Möglichkeit, die jeweiligen Merkmale und Attribute der Business-Objekte gegenüberzustellen, wodurch eine eindeutige Zuordnung der Daten beider Systeme realisiert wird. Hierbei ist es möglich, im Falle komplexer Zusammenhänge auf eventuell notwendige Hilfsmethoden zu referenzieren. Der ITS SBI Monitor bietet darüber hinaus ein Werkzeug zur Realisierung von Übersetzungstabellen für bestimmte Werte der Business-Objekte. So können Sie nicht nur ein solches Mapping definieren, sondern die durch die Schnittstelle zu übersetzenden Werte mit Hilfe des ITS SBI Monitors festlegen oder verändern. Hierdurch können auch Systeme gekoppelt werden, die historisch gewachsene Daten und Strukturen enthalten.

Initiale Kopplung

Zur initialen Kopplung werden im ITS SBI Monitor Kriterien festgelegt, anhand derer sich die Objekte beider Systeme finden können. Da in der Regel bei einer Kopplung Inkonsistenzen auftreten, stellt das Lovion GEO CONNECT ein Monitoring-Werkzeug bereit, mit dem diese identifiziert und aufgelöst werden können.

Monitoring

  • Typ der Inkonsistenz (z.B. widersprüchliche Attributwerte)
  • Status der Transaktion
  • Protokollierung der Statuswechsel
  • Attributunterschiede zwischen Small-world und SAP (falls vorhanden)
  • Weitere betroffene Objekte
  • Bemerkung als Informationsfeld für den Vorgang
  • Verantwortlicher Sachbearbeiter
  • Wiedervorlage
  • Erster Eintrag der Inkonsistenz
  • Letzte Bearbeitung der Inkonsistenz

Übersichtliche Filterung

Durch die Möglichkeit, die aufgetretenen Inkonsistenzen zu filtern, kann der ITS SBI Monitor auch für eine sehr effektive Massenbearbeitung eingesetzt werden. Dabei sieht jeder Mitarbeiter in der Grundeinstellung nur die Vorgänge, die ihm aktuell für die Bearbeitung zugeordnet wurden. Er hat außerdem die Möglichkeit, durch entsprechende Filterung gleichartige Inkonsistenzen herauszufinden und gemeinsam in einem Zug zu bearbeiten. Der ITS SBI Monitor stellt somit das ideale Werkzeug für die Harmonisierung bereits vorhandener Datenbestände in Smallworld und SAP dar.

Workflow

Mit der integrierten Vorgangssteuerung kann die Auflösung von Inkonsistenzen in den Daten geregelt werden. Dabei können Zuständigkeiten sowohl auf Personen- als auch Abteilungsebene flexibel verwaltet werden. Eine Wiedervorlagefunktion (z.B. bei Urlaubs- oder Abwesenheitszeiten) ist ebenfalls integriert.

Zeitliche Steuerung über Scheduler

Die Konsistenzprüfung kann sowohl synchron als auch asynchron erfolgen. Bei einem asynchronen Abgleich erfolgt dieser in der Regel in regelmäßigen Abständen, z.B. täglich in einem zeitlichen Wartungsfenster über Nacht oder wöchentlich. Die Steuerung des Abgleichs kann für verschiedene Business-Objekte unterschiedlich konfiguriert sein und wird im ITS SBI Monitor über ein übersichtliches Menü, den so genannten Scheduler, gesteuert. Hierdurch ist es möglich, den Schnittstellenabgleich auf der Basis einer regelmäßig ablaufenden zeitlichen Steuerung zu organisieren und somit für eine konsistente Datenpflege zu sorgen.

Frontend-Kopplung

Neben der Backend-Kopplung, mit der die Konsistenz der Daten im Hintergrund sichergestellt wird, bietet der ITS SBI Monitor auch die Möglichkeit einer Frontend-Kopplung der Systeme SAP und Smallworld. Durch eine Frontend-Kopplung ist es hier z.B. bereits möglich, aus dem ITS SBI Monitor von einem gekoppelten Objekt das entsprechende Equipment oder den Technischen Platz in der SAP GUI aufzurufen. Darüber hinaus kann auch aus den Masken bzw. Editoren von gekoppelten Objekten direkt in die zugehörige Maske des anderen Systems gesprungen werden. Neben dem Smallworld GIS wird auch eine Frontend-Kopplung zum Smallworld Internet Application Server (SIAS) und dem Lovion BIS unterstützt. Im Lovion BIS besteht dabei auch die Möglichkeit, gekoppelte SAP-Daten in einer kontrollierten Redundanz für den mobilen Bereich zu nutzen. Außerdem kann das Lovion BIS optional auch integriert mit SAP MAM/MAU eingesetzt werden.

Direkter objektbezogener Vergleich

Mit dem Objektinspektor bietet der ITS SBI Monitor die Möglichkeit, für einzelne selektierte Objekte die aktuellen Attributunterschiede auszuwerten. Teil- oder Gesamtmengen der Attributunterschiede können von dem Objektinspektor aus sowohl in SAP als auch im GIS aufgelöst werden.