Kunden Projektbericht: Energie AG Oberösterreich Netz GmbH

Integrierte Netzberechnung im Smallworld GIS mit Direct Power Analysis der ITS

Mit der Einführung der integrierten Netzberechnung mit der ITS-Lösung Direct Power Analysis konnte die Energie AG Oberösterreich Netz GmbH die gestiegenen Anforderungen an die Netzberechnung direkt im Smallworld GIS umsetzen. Damit lassen sich nun bei Genehmigungsanfragen für dezentrale Einspeiser bzw. für die Überprüfung der Gruppensicherung der intelligenten Stromzähler Lastfluss- bzw. Kurzschlussberechnungen durchführen.


Einleitung

Seit 01.10.2005 übt die Energie AG Oberösterreich Netz GmbH (EAG) ihre Aufgabe als rechtlich entflochtener, konzessionierter Verteilernetzbetreiber aus. Die EAG ist ein Tochterunternehmen der Energie AG Oberösterreich und versorgt in den Geschäftsbereichen Strom, Gas, Fernwärme, Telekommunikation und Wasser einen Großteil des Bundeslandes Oberösterreich. Strom wird dabei an knapp 500.000 Kundenanlagen verteilt. Das Verteilnetz umfasst derzeit 63 Umspannwerke und ca. 8.500 Stationen. Ende 2011 sah sich Walter Obermair, Teamleiter für Netzinformationssysteme bei der EAG, mit steigenden Anforderungen an eine Netzberechnungslösung konfrontiert.

Anforderungen

Die EAG verzeichnete einen starken Anstieg der Genehmigungsanfragen für dezentrale Einspeiser. Um den Ansturm der tlw. mehr als 500 Anfragen pro Monat bewältigen zu können, musste die Einspeiserberechnung optimiert werden. Darüber hinaus erfolgte seit Frühjahr 2011 der landesweite Rollout von 100.000 intelligenten Stromzählern im Rahmen des Projektes AMIS (Automatic Metering & Information System). Zur Überprüfung der Gruppensicherung bei AMIS-Zähler wird die Kurzschlussleistung an den Anschlusspunkten benötigt. Die Kurzschlussleistung ist ein wertvoller Parameter für die Beurteilung von Netzen und soll für AM-Auswertungen genutzt werden.

Lösung

Da das Niederspannungsnetz bei der EAG flächendeckend in der Smallworld Fachschale Strom-Mehrstrich vorliegt, kristallisierte sich schnell heraus, dass zur Bewältigung dieser Anforderungen eine komplett ins Smallworld GIS integrierte Netzberechnungslösung naheliegend war. Nach einer erfolgreichen Teststellung entschied sich die EAG zum Erwerb des ITS-Produktes Direct Power Analysis. Im Projektverlauf sind zahlreiche Erweiterungen, u.a. eine Aufbereitung der Daten für das Asset Management (z.B. "Finde alle Ortsnetze/Stränge, bei denen mehr als 10% der Anschlüsse schlecht versorgt sind") umgesetzt worden, die in das Standard-Produkt übernommen wurden.

Produktivsetzung

In der ersten Projektphase lag der Fokus in der Anpassung des Produktes an die EAG-spezifischen Besonderheiten. Beispielhaft seien hier die sogenannten "980V-Lösungen" sowie die Ergänzung der Strangnamen in den Ergebnislisten genannt.

Im zweiten Step wurde ein unabhängiges GIS-Datenmodell zum Abspeichern der Ergebnisse der Netzberechnung realisiert.

Das Direct Power Analysis (DPA)-Datenmodell umfasst mehrere relational verknüpfte Objektklassen, mit denen die einzelnen Netze von den Ausgangsparametern bis hin zu den Ergebnissen an Netzknoten und -abschnitten inkl. Historisierung abgebildet werden können. Zudem verfügen die Objektklassen über verschiedene Geometrie-Attribute, so dass die Ergebnisse auch grafisch dargestellt werden können.

Kurzschlussleistungen

Derzeit verwaltet die EAG die Kurzschlussleistungen für das komplette Niederspannungsnetz in einer Datenbank. Hierzu werden alle NS-Netze wöchentlich per Batch-Lauf neu gerechnet. Diese gerechneten Daten verbleiben danach nicht nur im Smallworld GIS, sondern werden anschließend aufbereitet und unternehmensweit verbreitet. Die Mitarbeiter des Teams "Dezentrale Erzeugung" wurden durch die Einführung der GIS-integrierten Netzberechnung spürbar entlastet. Bisher erfolgte die Einspeiserberechnung auf Basis von MS Excel, wobei die relevanten Netzteile manuell eingegeben werden mussten. Zudem konnte immer nur ein Einspeiser pro Strang berechnet werden, Auswirkungen auf bereits vorhandene Einspeiser mussten somit immer separat kalkuliert werden.

Fazit

Mittlerweile setzt das Projektteam der EAG bei der Einspeiserbeurteilung voll auf Direct Power Analysis. Erleichtert wird ihre Arbeit dabei auch durch die neu eingeführte Berechnungsvariante "Lastfluss (Einspeiser)".

Für 2013 sind Erweiterungen geplant, mit denen die Netzrückwirkungsbeurteilung in der GIS-Web-Lösung bereitgestellt wird, um damit die Netztechniker ohne GIS-Zugang zu unterstützen. Zudem sind weitere Optimierungen für die Einspeiserbeurteilung vorgesehen.

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