Kunden Projektbericht: Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH

Implementierung der SAP-GIS-Kopplung bei der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH

Die WVV hat im April 2010 die Einführung von SAP PM durch CSC als Generalunternehmer in Auftrag gegeben. Ein Bestandteil der Einführung war die Kopplung von SAP PM mit dem Smallworld GIS unter der Verwendung des SBI-Monitors. Zusätzlich beauftragte die WVV die Übernahme von zentralen Betriebsmitteln aus dem Smallworld GIS heraus, die als technische Plätze im SAP PM ausgeprägt werden sollten. Diese Übernahme wurde durch die ITS erfolgreich durchgeführt.


Ausgangssituation

Das Smallworld GIS wird seit 15 Jahren für die Dokumentation der Versorgungsnetze und deren Betriebsmittel eingesetzt. Die WVV hat damit eine perfekte Datengrundlage für die Stammdaten in einem SAP PM Instandhaltungs- und Auftragssystem. Somit war von Anfang an klar, dass durch eine Kopplung von SAP PM mit dem Smallworld GIS die Daten aus dem GIS nach SAP gebracht werden. Nach der initialen Befüllung aus dem GIS heraus sollen über eine wöchentliche Synchronisierung die Datenänderungen aus dem Smallworld GIS in das SAP gebracht werden. Die Einführung des SAP PM bei der WVV beschränkte sich in der Phase 1 auf die technischen Plätze ohne Klassifizierung und ohne Equipmentstrukturen. Zusätzlich erfolgt die Kopplung von Aufträgen im Leitungsnetz, die nachträglich im GIS verortet werden. Da nur die SAP Aufträge in Bezug auf das Leitungsnetz einen räumlichen Bezug benötigen, werden diese über einen eigenen Status "GIS" gefiltert.

Umsetzung

Der SBI Monitor war bereits bei der WVV seit 2008 im Einsatz. Dieser kam für die Übernahme der SAP IS-U-Daten und die Nachverfolgung von Inkonsistenzen bei der Zuordnung der Hausanschlüsse zum Einsatz. In den ersten Workshops wurden die Vorgehensweise der Kopplung und der Migration erläutert sowie gemeinsam die zu koppelnden Businessobjekte definiert.

Gekoppelte Objektklassen

Folgende Objektklassen wurden gekoppelt:

  • Schalthäuser
  • Trafostationen
  • Lichtsignalanlagen
  • Kabelverteiler
  • Oberirdische Trennmuffen
  • Gasübernahmestationen
  • Gasdruckregelanlagen
  • Wasserschächte
  • Fernwärmeschächte

Alle diese Businessobjekte werden vom GIS in das SAP transferiert. Zusätzlich werden vom SAP ins GIS die Aufträge synchronisiert, die einen Status "GIS" besitzen. Es handelt sich hierbei ausschließlich um Aufträgen zum Leitungsnetz, die in SAP PM nur groben Strukturelementen in Form von übergeordneten technischen Plätzen zugeordnet werden. Der direkte Bezug zum Ort und dem jeweiligen Betriebsmittel (Kabel bzw. Rohrleitung) hat andererseits aber eine wichtige Bedeutung für das Asset Management und muss deshalb im GIS entsprechend dokumentiert werden. Bei diesen Aufträgen handelt es sich beispielsweise um Störungen, Schäden oder auch Auswechslungen von Netzteilen.

Abbildungsvorschriften

Die verschiedenen Businessobjekte wurden im Smallworld GIS sowie im SAP mittels des Smallworld Business Integrators definiert. Vorgabe für die Festlegung der Businessobjekte und des Mappings war eine gemeinsam definierte Abbildungsvorschrift der zu koppelnden GIS Attribute mit den SAP Standardfeldern (inkl. der Adressfelder). Klassifizierungsmerkmale wurden in der Phase 1 nicht berücksichtigt. Für die Kopplung der Aufträge wurde eine eigens hierfür implementierte Objektklasse im GIS verwendet. Für die Betriebsmittel wurde die Kopplung mit den Fachschalenobjekten der WVV implementiert.

Datenmigration

Nach der Implementierung des Mappings konnte die Migration durchgeführt werden. Vorgabe war hierfür die vorab definierte Anlagenstruktur der WVV. Da technische Plätze in SAP nicht so einfach wieder zu löschen sind, gab es drei Iterationstests, um sicherzustellen, dass das Endergebnis korrekt ist. Hierfür stellte die WVV verschiedene SAP Systeme während des Projektverlaufs zur Verfügung.

Unterstruktur von Anlagen

Eine Besonderheit war die Definition von Unterstrukturen bei bestimmten Anlagen, die bei der Migration von Smallworld nach SAP mit angelegt wurden. Diese technischen Plätze, die fest vorgegeben waren, wurden mit bestimmten Kostenstellen versehen, die jeweils unterschiedlich sein konnten. Die Unterstrukturen basieren nicht auf Informationen aus dem Smallworld GIS, sondern werden nach vorgegebenen Definitionen bei den jeweiligen Anlagen mit erzeugt.

Adressdaten

Die WVV verwendet bei der Dokumentation der Betriebsmittel im Smallworld GIS den Straßenschlüssel der Stadt Würzburg. In SAP sind normalerweise postalische Adressen üblich. Dennoch hat sich die WVV dazu entschieden, die amtlichen Adressen bei der Migration aus dem Smallworld GIS in die technischen Plätze einzutragen. Eine Verprobung mit der Regionalstruktur in SAP findet dabei statt. Die Qualität und Einheitlichkeit der Adressdaten in SAP PM wird somit künftig verbessert werden.

Statusmapping

Eine weitere Herausforderung bestand in der Implementierung des Statusmappings. Der Status ist nicht ein einfaches Attribut, welches bei der Migration direkt gesetzt wird, sondern es muss hierbei der in SAP definierte Statusübergang berücksichtigt werden. Ein technischer Platz wird dabei zunächst geplant, dann kommt er in den Status "in Betrieb". Erst dann kann er außer Betrieb gesetzt werden, bevor er stillgelegt oder gar totgelegt werden kann. Wenn nun bei der Migration ein Betriebsmittel migriert wird, welches außer Betrieb ist, so muss der komplette Statusübergang durchlaufen werden.

Kopplung der Aufträge

Zusätzlich zu den Businessobjekten für die technischen Plätze wurden Aufträge gekoppelt. Hierbei wurden sowohl Service- als auch Instandhaltungsaufträge auf eine neue GIS Objektklasse gemappt. Bei der Kopplung werden aber nur diejenigen Aufträge berücksichtigt, die einen entsprechenden Status führen. Alle Aufträge mit diesem Status werden im SBI Monitor erkannt. Die zugehörigen GIS Objekte werden mit Hilfe des SBI erzeugt, um abschließend im GIS in den Netzen verortet zu werden.

Fazit

Die WVV hat in der Phase 1 das Ziel erreicht, die Wartungs- und Instandhaltungsaufträge auf den jeweiligen technischen Plätzen zu erzeugen und zu buchen. Die Stammdatenpflege für die meisten technischen Plätze erfolgt hierbei über das Smallworld GIS. Über die Datenfortführung werden alle Modifikationen zeitnah in SAP nachgeführt. Gerade bei technischen Plätzen mit Raumbezug konnten durch die Frontendkopplung die Geschäftsprozesse Wartung und Inspektion deutlich verbessert werden.

Nächste Projektschritte

Die Frontendkopplung ist aktuell nur zwischen SAP und dem Smallworld GIS implementiert. Im nächsten Schritt soll auch die Frontendkopplung zwischen SAP und dem Location Viewer erfolgen. In der ersten Phase der SAP PM Einführungen wurden nur die technischen Plätze ohne Klassifizierungen implementiert. In den nächsten Phasen sollen zusätzlich Equipments in SAP PM übernommen werden sowie die technischen Objekte über die Klassifizierung weitere Merkmale bekommen. Sowohl die Equipments, als auch die Merkmalsausprägungen werden wiederum teilweise aus dem Smallworld GIS befüllt werden.

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